Hand aufs Herz: wie gut bist du im Komplimente annehmen? Wie reagierst du, wenn dir jemand ein Kompliment macht? Hältst du den Blickkontakt oder schaust du weg? Sagst du “Dankeschön” oder “Ach, nicht der Rede wert”?

Komplimente nicht annehmen können ist keine Seltenheit, doch wir können lernen, dass ein “Danke für das Kompliment” als Antwort reicht.

In diesem Artikel – zum Lesen und/oder anschauen – erfährst du, warum manche Menschen keine Komplimente annehmen können und was du tun kannst, damit es dir nicht nur gelingt, sondern dich sogar erfreut.

Wenn du in diesem Prozess und Lernen persönliche Unterstützung von mir möchtest, findest du hier alle Infos zum Coaching:

Neulich hab ich jemandem ein Kompliment gemacht und gesagt, dass sie eine bildhübsche Frau ist. Ihre Antwort war: “Ach, ich bin nur gut darin, das Eigentliche zu verbergen, ich bin eine Mogelpackung.” Und als ich darauf beharrte, dass sie tatsächlich bildhübsch ist, ging es weiter mit Sätzen wie: “Ach, das sagst du doch nur so.” Ich hab natürlich weiter nachgebohrt, ob sie wirklich meint, dass ich es nicht ernst meine. Da musste sie doch zugeben, dass sie es mir glaubt und abnimmt – aber natürlich trotzdem eine andere Meinung von sich selbst hat.

Erkennst du dich darin wieder?
Wenn jemand vielleicht dein Äußeres lobt, reagierst du mit: “Ach, das Oberteil hab ich doch schon ewig” oder “war ein Schnäppchen”, oder “Meine Frisur heute ist nur ein glücklicher Zufall.”
Oder wenn jemand deine Fähigkeiten lobt, sagst du vielleicht: “ach, so mutig/ klug/ intelligent etc. bin ich eigentlich gar nicht…”

Warum kann ich keine Komplimente annehmen?

Warum ist das so?
Gehen wir mal davon aus, dass die Person, die dir das Kompliment macht, es ernst meint und nicht unbedingt verborgene Absichten hat. Warum fällt es dann schwer, Komplimente anzunehmen?

Die Antwort ist: es liegt an unserem Selbstwertgefühl. Wenn uns jemand etwas Positives über uns selbst sagt, ist es, als ob unserem Inneren Schubladen aufgehen und all die gegenteiligen Gedanken und Gefühle einfach raus purzeln. Alle Gefühle und Gedanken, die im Zusammenhang mit Wertlosigkeit stehen, wie:

      • “ich bin nicht gut genug”,
      • “ich reiche nicht”,
      • “ich bin blöd”,
      • “ich kann nichts”,
      • “ich bin doof”,
      • “ich bin ein Versager”, “
      • “ich tauge zu nichts”, etc.

melden sich zu Wort.

Und in dem Versuch, dass diese Gefühle und Gedanken nicht zu sehr an die Oberfläche kommen sollen, wehren wir das Kompliment und das Gute, was uns begegnen möchte, ab.

Weißt du, die Liebe spült alles an die Oberfläche, was nicht Liebe ist, in der Hoffnung, dass wir es wieder in Liebe verwandeln.

Doch in in unseren Bemühungen, die negativen Gefühle und Gedanken abzulehnen, lehnen wir auch das Kompliment – die Liebe – ab.

Wenn du explizit dein Selbstwertgefühl steigern möchtest, hol dir auch die beiden Tipps in meinem Blog-Artikel “Wie du dein Selbstwertgefühl stärken kannst.”

Woher kommen diese Gedanken und Gefühle?

Diese Gefühle und Gedanken und diese Glaubenssätze über uns selbst kommen in der Regel aus unserer Kindheit. Also, vielleicht wurde dir tatsächlich gesagt: “du bist blöd”, “du taugst zu nichts”, “aus dir wird sowieso nichts”, etc., oder es wurde dir auf andere Arten suggeriert, dass du nicht gut genug bist. Vielleicht hast du es aber auch nur indirekt mitbekommen, weil deine Mutter oder dein Vater oder eine andere wichtige Bezugsperson diese Gedanken und Gefühle über sich selbst hegten, und du hast sie in ihnen wahrgenommen und auch übernommen.

Auch, wenn du vielleicht denkst: “das ist doch schon ewig her” – es nützt nichts! Vergangenheit ist in unserer Wahrnehmung erst dann vergangen, wenn wir sie für uns transformiert haben, nicht, wenn wir die Augen vor ihr verschließen. Und sie hat uns auch so lange im Griff, bis wir sie angeschaut und transformiert haben.

Natürlich können wir wählen, sie zu ignorieren, doch wird sie sich immer wieder einschleichen, zum Beispiel dann, wenn uns ein netter Mensch ein nettes Kompliment macht. Und unsere Reaktion auf diese netten Menschen und dieses nette Kompliment zeigt uns, wie fortgeschritten wir in dem Transformationsprozess sind.

Komplimente annehmen lernen

Wir wissen nun also, was innerlich in uns passiert, wenn wir keine Komplimente annehmen können. Nun lass uns noch schauen, was in unserer Beziehung mit dem anderen passiert, wenn wir ihr oder sein Kompliment abwehren. Denn wenn wir das bewusst machen, wird es dir leichter fallen zu lernen, Komplimente anzunehmen.

Lass uns dazu mal zwei Szenarien durchspielen.

Szenario Nummer eins:

Du hast mit Sicherheit schon mal jemanden ein Geschenk gemacht. Und als du das Geschenk überreicht und gesehen hast, dass der andere sich an diesem Geschenk erfreut und du ein Volltreffer gelandet hast, wie erging es dir dann?
Vermutlich hast du dich dann erst recht, quasi doppelt gefreut, nämlich über dich selbst und deine Auswahl des Geschenks, und auch über die Freude des anderen.

Szenario Nummer zwei:

Und wenn der andere aber zuerst ein Ententanz gemacht hat, im Sinne von: “das wäre doch nicht nötig gewesen”, “was hast du dir da wieder für eine Mühe gemacht” oder sogar “das kann ich doch nicht annehmen”, etc.… – dann hast du vielleicht trotzdem kapiert, dass du alles richtig gemacht hattest, aber dennoch war die Freude über seine oder ihre Freude nicht mehr ganz so voll, nicht mehr ganz so groß, als wenn sie das Geschenk einfach angenommen und sich ehrlich darüber gefreut hätte. Oder?

Während in Szenario eins die geteilte Freude eine doppelte Freude ist, wird in Szenario zwei die Stimmung für beide getrübt.

So ist es auch mit Komplimenten. Wenn wir das Kompliment abwehren, weil wir uns selbst abwerten, werten und wehren wir dadurch auch denjenigen ab, der uns das Kompliment macht. Denn uns in unserer Abwehr “sagen” wir eigentlich: “du bist im Unrecht”, “ich glaube dir nicht”, “du lügst”, “das sagst du doch nur so”, “du schätzt schätzt mich falsch ein”, “du siehst mich nicht wirklich” etc.

Während wir als mit unserem mangelndem Selbstwertgefühl beschäftigt sind und die volle Aufmerksamkeit auf uns selbst lenken, verwehren wir nicht nur uns selbst das ganze Gute, sondern auch dem anderen.

Genau diese Bewusstheit kannst du nun nutzen, um zu lernen, Komplimente anzunehmen.

So gelingt Komplimente annehmen leichter

Wenn schon nicht für dich selbst, wärst du dann für den anderen willens, das Kompliment einfach anzunehmen? Also, um den anderen zu achten, um seine gute Absicht zu respektieren, um seine Wertschätzung zu wertschätzen, und um ihm eine Freude zu machen, wärst du willens, das Kompliment anzunehmen? Und wärst du willens, den anderen über dich Recht haben zu lassen? Also wärst du willens, so zu tun, als ob seine gute Meinung über dich richtiger wäre als deine schlechte Meinung über dich? Als ob der andere etwas sehen könnte, was du im Moment noch nicht siehst?

Denn wenn du dich darin übst, zu behaupten, dass das Gute und das Schöne, das der andere in dir sieht, mehr der Wahrheit entspricht, als deine eigenen negativen Bewertungen und Glaubenssätze über dich, dann wirst du mit der Zeit feststellen, dass dein Selbstwertgefühl anfängt, sich zu verändern. Und bis dahin und in diesem Prozess übst du dich darin, einfach nur Danke zu sagen.

Danke für das Kompliment als Antwort

Wenn dir also jemand sagt: “Du bist eine bildhübsche Frau” oder “du bist so ein unglaublich gut aussehender Mann”, dann atmest du tief durch und sagst nur: “Danke für das Kompliment.” Und dann atmest du einfach nur weiter.

Selbst wenn du dir sicher bist, dass der andere das nur so sagt, oder eigentlich verborgene Absichten hat, könntest du trotzdem das Kompliment annehmen.

“Danke für das Kompliment” als Antwort ist völlig ausreichend! Und auch, wenn es am Anfang ungewohnt ist, wird es dir möglich sein, einfach weiter zu atmen, die unangenehmen Gefühle und Gedanken vielleicht trotzdem zu bemerken, und zu entscheiden, Ja zu dem Kompliment zu sagen, und Ja zu dem anderen zu sagen, und einfach weiter zu atmen. Und mit jedem Mal, wenn du dies tust, wirst du feststellen, dass es ein klein wenig besser geht und irgendwann stehst du morgens auf und stellst fest, dass der andere über dich wirklich Recht hatte; dass du wirklich schön bist, klug bist, intelligent bist, wertvoll bist.

Und dazu sind Freunde da. Dass sie uns auch an den Orten Freund sind, in denen wir uns selbst nicht Freund sind, damit wir mit ihrer Hilfe ein besserer Freund für uns selbst werden können.

Wenn du diesen Prozess, mehr Selbstwertgefühls für dich zu erschaffen Unterstützung möchtest, dann melde dich gerne bei mir für dein individuelles Coaching. Du kannst dir einfach ein kostenfreies Startgespräch buchen, und dann können wir schauen, wie wir zeitnah zusammenarbeiten können.

Wie wird deine Umsetzung aussehen?

Wie geht’s dir mit diesen Gedanken zum Thema Komplimente annehmen? Was willst du dir rausgreifen? Was war vielleicht interessant oder überraschend?
Lass mich gerne in den Kommentaren hier unten wissen!

Ich kann dich nur ermutigen, es mir nicht einfach nur zu glauben, aber es für dich zu testen, denn nicht in der Theorie, sondern nur in der Praxis wirst du lernen können, Komplimente anzunehmen und dein Selbstwertgefühl zu steigern.

Und wenn du dir was aus diesem Artikel rausgreifen konntest, teile ihn bitte großzügig mit deinen Freunden und Bekannten.

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Alles Liebe und frohes Schnaufen,
Anne-Kathrin

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