Wenn du emotional am Anschlag bist

18.05.2016 von Anne-Kathrin Koch

Vor meinem Urlaub vor zwei Wochen ging's mir emotional ziemlich bescheiden.

Ich fühlte mich hässlich, ungeliebt, überfordert, frustriert, depressiv, genervt, wütend.
Ich zweifelte alles und jeden an und war gefangen in einem massiven Umbruch all meiner mir-sonst-Stabilität-gebenden-Strukturen. So schön mittendrin, wenn das Alte kaputt, aber noch nicht ganz weg ist, und von dem Neuen noch keine Spur.

Wenn ich nicht gerade arbeitete, stand ich völlig neben mir. An allen Ecken brannte es gleichzeitig, ich fühlte keinen Halt mehr, und die unfähigen Leute mit ihren unsensiblen und rücksichtslosen Aussagen erwischten mich eiskalt auf dem falschen Fuß.

Mehrfach.

Ich fand mich in einem Leben wider, das ich so nie leben wollte: gefangen in Pflichten, teilweise selbst-gemachtem Druck und 100% reaktiv.

Die Diagnose einer Freundin: "Du bist urlaubsreif".

Allerdings. In einer mir neuen Form.

 

Ich erzähle dir das deshalb so genau, weil ich möchte, dass du weißt, dass du nicht alleine bist!

Krisen machen an keiner Haustür und keinem Praxis-Schild Halt.


Durch manche Gebiete gibt es einfach keinen Ausweg. Es gibt kein Drum-Herum. Es gibt nur einen Durchweg.

Hier sind (neben Tapetenwechsel, Natur, Bewegung, gutes Essen und Katzen-streicheln) meine drei Strategien, die mich hindurch gebracht haben:

  1. Augencreme, Gesichts-Masken und pflegende Öle.
    Wenn ich mich schon hässlich fühle, muss ich ja nicht noch hässlich aussehen. Außerdem war dieser Punkt wichtig und unterstützend für Strategie Nr. 2.

  2. Weinen.
    Wann immer ich konnte, suchte ich den Kontakt zu meinen Gefühlen. Weinen ist ein wunderbarer Weg, das Nervensystem zu entlasten und es zu unterstützen, sich selbst zu stabilisieren. Und Leute, Augencreme ist dabei nicht verkehrt!

  3. Die Befindlichkeit immer wieder beichten.
    Wenn wir tief in Gefühlen drin sind, helfen keine Ratschläge und schlaue Sprüche. Aber es hilft, immer wieder, an ausgewählten Stellen, über die bescheidene Befindlichkeit zu sprechen und ihr Ausdruck zu verleihen: Dich solange mitzuteilen, wie du dich fühlst, bis der "Gefühls-Eimer" "leer-gefühlt" ist.

    Der andere braucht nichts tun, außer empathisch zu grunzen und vielleicht noch zu fragen: "Was brauchst du?" Wenn wir uns so mitteilen können, finden wir von alleine Zugang zu unserem Durchweg, und die Freundschaft ist unsere Unterstützung.

 

Jetzt zu dir. Ich bin sicher, du hast auch schon Krisen erlebt und überlebt. Was war deine Nummer 1 Hilfe / Strategie / Unterstützung, die dich hindurchgebracht hat?

Lass mich in den Kommentaren wissen.

Außerdem teile diesen Blog bitte großzügig, damit noch mehr Menschen Hilfestellungen erfahren und vor allem auch merken können, dass sie nicht alleine sind. Meine Kunden erzählen mir regelmäßig, dass alleine das für sie eine RIESIGE Erleichterung ist!

In diesem Sinne - ich bin zurück und freu mich, in den Kommentaren zu lesen. :-)

 

Anne-Kathrin Koch

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5 Kommentare

Gerd

Der wichtigste Schritt für mich ist zu bemerken das ich Öl ins Feuer giesse oder mich ablenke/gehenlasse und mich neu zu entscheiden.Dann
1. Um Hilfe bitten.
2. Breitschaft unrecht zu haben.
3. Mich mit meinem Lehrer/rin neu auszurichten.

und klar wie bei dir fühlen,fühlen,fühlen und ehrlich mit mir sein was wirklich los ist so gut ich kann.

Antwort von Team Anne-Kathrin Koch

Lieber Gerd, vielen lieben Dank für deinen Kommentar :-) - eine tolle Strategie ;-)

Birgit

Hilfe Nummer Eins ist :
jemanden anrufen , ihn um Hilfe bitten, ( meistens Gerd , bei ihm trau ich mich am meisten zu fühlen)
Früher war es auch oft nur durchhalten, da gerade dann , wenn ich jemanden brauchte keiner ans Telefon ging :-(

Danke für diesen Blog, es zeigt mich wieder wie wichtig das fühlen ist und vor allem ungefährlich!!!

Antwort von Anne-Kathrin Koch

Danke Birgit, ja, dass keiner dran geht, das hab ich auch schon erlebt. Aber zum Glück geht ja fühlen und atmen gleichzeitig... xx

Ines

1.0 aufschreiben was passiert ist und was es macht mit mir

1.1 lesen was ich aufgeschrieben habe und reinfühlen

2. jemanden um Hilfe bitten
Oder

3. durchfühlen
4. heiss baden oder in die sauna gehen

Ergebnis - neu geboren

Antwort von Anne-Kathrin Koch

Danke Ines! Ja, Salzbäder gehören auch zu meinem Repertoire und sie tun manchmal Wunder :-) xx

Nicole

1) zulassen- den Himmel um Hilfe bitten mit meinen Lieblingslektionen aus ein Kurs in Wundern (z.B. "in meiner Wehrlosigkeit liegt meine Sicherheit" und dabei weinen, weinen, weinen ;-) bis der Sandsack auf der Brust weg ist!

2) Nicht einigeln- die Nähe und das Gespräch zu den Menschen suchen, die mich immer in liebevoller Anteilnahme begleiten

3) Sport, Sport, Sport: Kreuzheben mit 100 kg oder Ballett bis man jede Faser des Körpers spürt

Und wenn ich das Gefühl habe es brennt und ich brauche noch mehr Hilfe: einen Termin bei Anne-Kathrin machen!!!
Danke, dass Du da bist...

Antwort von Anne-Kathrin Koch

Danke liebe Nicole, echt süß von dir. Und 100 kg stemmen, echt jetzt? Du bist doch auch so ne Zierliche... Aber ich sag ja immer, das sei nur eine gute Tarnung, und jetzt kommt's raus ;-) wuuusch!

Nicole

Jetzt muss ich direkt nochmal auf Anne-Kathrins Antwort reagieren: 100 kg- ja echt!!! Das Ergebnis von 15 Jahren Krafttraining. Nur diese Basis ermöglicht mir so viel anderen Sport und meinen Beruf zu überstehen.
Der Himmel hat uns mit einem wahnsinnig komplexen und unfassbar leistungsfähigem Geschenk auf die Welt geschickt: unserem Körper. Als Physiotherapeutin und Dozentin für medizinisches Krafttraining und Fitnesswissenschaften weiß ich wovon ich rede: probiert es aus und bewegt Euch, wenn es Euch nicht gut geht!!! Es müssen nicht gleich 100 kg sein, aber allein die Endorphin- und Hormonausschüttung hat einen unfassbar starken Einfluss auf unser Wohlbefinden- sogar auf unsere Schmerzwahrnehmung.
Also weinen, reden, Schweinehund überwinden und trainieren und danach erst in die Badewanne ;-)

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