Warum Streiten egoistisch ist und wie du darüber hinweg kommst

01.06.2016 von Anne-Kathrin Koch

Vor einer Weile arbeitete ich mit einer Frau, die sich überlegte, ob sie ihre Anwesenheit bei der Geburtstagsfeier ihres Schwiegervaters absagen sollte, weil sie mit ihrem Partner gerade im Streit war.

Sie war sich unsicher, wie sie sich der Familie gegenüber verhalten und was sie auf die obligatorische "Wie geht's dir?" - Frage antworten solle. Sie wollte nichts preisgeben müssen oder ihren Partner "verraten".

Sie wollte auch nicht das liebe Frauchen sein, das mal wieder ihrem Partner nachgibt und lächelnd mitkommt, damit er keine unangenehmen Fragen gestellt bekommt.

Sie fühlte sich in der Zwickmühle.


Ich fragte sie, ob sie schonmal als außenstehende Person dabei war, während andere im Streit waren (Ob es dabei laut zugeht oder eher kalter Krieg herrscht ist unwesentlich). Sie bejahte.

Und ob sie sich erinnere, wie blöd sich so eine Situation anfühlt. - Oh ja.

Und ob sie sich vorstellen könne, wie blöd es ist, wenn jemand bei der Familienfeier fehlt, nur weil er wegen einem anderen nicht kommen mag. Yep.

Ihr Schwiegervater wurde 80. Vielleicht war es sein letzter Geburtstag.

Würde sie ihn wirklich mit ihrer Abwesenheit bestrafen und darunter leiden lassen wollen, nur weil es in ihrer Beziehung gerade nicht so gut lief?


Denn wenn wir streiten (und dazu gehören IMMER zwei), tun wir genau das:

Wir sind willens, die anderen, Außenstehenden, leiden zu lassen und auch ihnen unsere Liebe und Freundschaft zu entziehen, nur weil wir mit einer Person grad Knies haben.

Dabei vergessen wir, dass unsere Anwesenheit, ja bereits unsere Existenz, für andere wichtig ist und einen Unterschied macht!

Wir sind wichtig! DU bist wichtig!

Und es macht einen Unterschied, wenn du da bist!

So gesehen ist streiten ziemlich egoistisch. Wir legen den Fokus auf uns und unsere Streitgründe, und vergessen dabei komplett die anderen und welche Auswirkungen es auf sie hat.

Willst du das wirklich?


Umgekehrt können wir die Gruppe als Motivation nutzen, uns selbst und unseren Streit zu überwinden.

Tatsächlich ist die Grund-Voraussetzung auf die Frage "Wie mach ich das?" unser wirkliches Wollen. Kein Lippenbekenntnis, sondern aufrichtiges Wollen. Dann finden wir Wege, ansonsten finden wir Gründe.


Die Dame wollte, und sie wollte die Verbindung und Freundschaft zu ihrem Schwiegervater wichtiger machen und lieber das fühlen, als im Streit mit ihrem Partner steckenzubleiben.

Am Ende unserer Sitzung wusste ihr Verstand zwar noch nicht, wie das ausschauen würde, aber sie fühlte sich zuversichtlich und war motiviert. Sie wollte gleich einkaufen gehen, um einen Kuchen für die Feier zu backen.

Als ich sie in unserer Sitzung danach fragte, wie die Feier war, erzählte sie von einem verspielten und angenehmen Nachmittag, und dass ihre Bedenken sich als unbegründet erwiesen hatten.


Solche Geschichten erlebe ich regelmäßig. Sobald du wirklich willens ist, findest du Wege und Dinge wenden sich zum Positiven.

Natürlich, nimm mich nicht beim Wort. Glaube es mir nicht einfach, aber teste es!

  • Mit wem bist du - aktiv oder auf der Empfänger-Seite - im Streit?
  • Wer ist die nächste Person, die es mit abbekommt?
  • Wärst du willens, deine Liebe und Freundschaft für diese dritte Person oder die Gruppe wichtiger zu machen, als den Streit mit deinem Pappenheimer?


Es geht natürlich nicht um Verleugnung, aber um deine Motivation, um über dich selbst und die Streit-Falle hinwegzukommen, und dadurch deinen Beitrag für ein gutes Ergebnis zu leisten. Denn DU bist wichtig!


In den Kommentaren, lass mich wissen: Willst du streiten oder über die Brücke der Freundschaft gehen?

Und bitte teile diesen Blog mit deinen Freunden und solche, die es noch werden wollen.


Anne-Kathrin Koch




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3 Kommentare

anna

Streit ist ein sehr dehnbarer Begriff. Auch hier sollte man differenzieren. Denn Streit ist nicht gleich Streit.
Natürlich, es gibt diese Streit-Situationen, in denen man unfair oder gar beleidigend wird. Diese Art von Streit sind, auch meiner Meinung nach, überflüssig. Man kann andererseits sehr gut und konstruktiv streiten und damit in seiner Beziehung einen Schritt gemeinsam weitergehen.

Ich habe das Gefühl, dass heutzutage alles immer streng harmonisch ablaufen muss. Auch deshalb vermute ich, dass viele Menschen psychische Probleme haben. Sie schlucken ihre natürlichen Aggressionen oder mögliche Wut herunter. Damit entspannt sich vielleicht kurzfristig eine Situation. Langfristig ist es schwierig, schlechte Gefühle nicht auch mal nach draußen zu tragen. Die Aggressionen können dann leicht gegen einen selbst gerichtet werden und zermürbend wirken. Ich appelliere an eine "laute", aber faire Streitkultur. Es ist wichtig, auch unschöne Gefühle mal nach außen zu tragen und diese Gefühle müssen nicht immer mit Seidenpapier und rosa Schleifchen verpackt sein. Das kann befreiend sein und schließt weitere ausgeglichene Kommunikation in keinster Weise aus. So meine Meinung :)

Antwort von Anne-Kathrin Koch

Hey Anna,

danke dir für deine Mühe, dich so ausführlich mitzuteilen! 

Ich stimme dir zu, Streit ist normal und gehört dazu, und wie du schon sagst, man kann konstruktiv damit umgehen, oder aber auch nicht. Und wenn wir gut darin werden, flexibel durch Streit hindurch zu gehen, dann ist es sogar eine tolle Erfahrung, die uns wirklich weiter bringt.

Auf viele Fortschritte :-)

liebe Grüße, Anne-Kathrin

Alexandra

Und ich habe inzwischen Schwierigkeiten mit den Wörtern "Schwieger- tochter, -mutter,-vater,-sohn. Die Stufe auf der allein durch die Wörter, die Eltern des Partners gestellt werden und man sich selber stellt, ist damit klar zum Ausdruck gebracht.
Dann wundert sich noch jemand über die immer wieder kehrenden Schwierigkeiten zwischen Frau und Mutter des Partners zum Beispiel.
Ich denke, wenn man sich Selbst zu Liebe auf seine Gefühle hört, was einem gut tut und was nicht, dann ist man auf der sicheren Seite. Manchmal bedeuted das aus Abgrenzen (sich SELBST zu LIEBE)
Auf das Herz hören und nicht auf das Ego.
Und sich trauen zum Ausdruck zu bringen, was man fühlt und einem gut tut. Dem Herzen folgen:-)

Antwort von Team Anne-Kathrin Koch

Liebe Alexandra, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Dem Herzen zu folgen ist eine wunderbare Einstellung (unabhängig davon, wie wir die Menschen um uns herum benennen) und so wird sich der Streit auch bald lösen.

Nicole

Mein Geheimtipp: wenn ein anderer Mensch oder sein Verhalten mich auch nur im Kleinsten beginnt aufzuregen oder nur die leiseste Beunruhigung in mir bewirkt, dann versuche ich zu identifizieren was genau es ist und MIR diese Eigenschaft, Verhalten oder Besonderheit selbst zu vergeben- funktioniert super!!!!

Und grundsätzlich versuche ich willens im Untecht zu sein. Den Krieg gewinnen und die Schlacht dafür verlieren, macht einfach nicht glücklich ;-)

Antwort von Team Anne-Kathrin Koch

Liebe Nicole, vielen lieben Dank für deinen Kommentar und den wunderbaren Geheimtipp und deine wahren Worte.

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