Warum ein bisschen Naivität nicht schadet

16.06.2021 von Anne-Kathrin Koch

Bist du manchmal zu naiv und ärgerst dich über dich? Oder hättest du gerne vorher alles abgeklärt, bevor du dich auf etwas einlässt? Dann ist dieser Blog für dich.

Ich möchte heute gerne den Fokus auf das Positive an der Naivität und dem Nicht-wissen legen, und so zu ein bisschen mehr Sanftheit sich selbst gegenüber einladen und das Ganze in eine Perspektive rücken.

Versteh mich nicht falsch, ich bin durchaus ein Freund von hinschauen, Augen aufmachen und sich vorbereiten, doch es kommt der Punkt, an dem wir dieses Alles-wissen- und Alles-vorbereiten-wollen auch als faule Ausrede verwenden, nämlich, um nicht anzufangen.

Im Rückblick betrachtet, war es nicht gut, dass du manches vorher nicht wusstest?
Hättest du diesen Job Wirklich angenommen, wenn du gewusst hättest, wie holprig der Stadt werden würde?
Hättest du zu jenem Projekt ja gesagt, wenn du gewusst hättest, wie viel Arbeit auf dich zukommt?

Und, wenn du Mama oder Papa bist, war es nicht gut, dass dir vorher nicht wirklich klar war, wie sich Schlafentzug anfühlt und wieviel Nerven dich dein Kind auch kosten würde? Und bist du nicht froh, dass du es vorher nicht wirklich wusstest, weil du dich ansonsten vielleicht gar nicht darauf eingelassen hättest?

Als ich mit 16 Jahren ohne meine Familie nach England zog, hatte ich mir zum Glück keine Gedanken gemacht. Ich hatte nicht überlegt, wie es wohl in einer fremden Familie sein würde, mit einem anderen Schulsystem, in einer anderen Kultur und mit haufenweise Sprachbarrieren. Ich hatte zum Glück nicht überlegt, wie anstrengend es sein würde und wie viel Überwindung es mich kosten würde, denn hätte ich es gewusst und wäre es mir wirklich klar gewesen, hätte ich es vermutlich nicht gemacht. Ich hätte mich nicht getraut, ich hätte es mir nicht zugetraut. Doch weil ich es nicht wusste und weil ich naiv genug war, um dazu Ja zu sagen, war ich dann auch gezwungen, zu paddeln und schwimmen zu lernen. Und es kam mir unglaublich zugute.

Und auch heute noch bin ich froh um ein gewisses Maß an Naivität. Denn ansonsten hätte ich vermutlich keine Praxis und würde nicht die Projekte machen, die ich mache.


Was hättest du in deinem Leben nicht gemacht, - wofür du im Nachhinein froh bist - wenn du vorher über jedes Detail Bescheid gewusst hättest? Und könntest du jetzt deiner (gesunden) Naivität anders, vielleicht wohlwollender begegnen?
Lass mich doch in den Kommentaren unter diesem Blog wissen.


Und wer in deinem Umfeld ist manchmal streng mit sich und wäre gerne weniger naiv und könnte vielleicht eine neue Perspektive gut gebrauchen? Bitte teile diesen Blog mit ihnen und lade sie zu mehr Menschlichkeit mit sich selbst ein.


Alles Liebe und frohes Schnaufen,

Anne-Kathrin

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