Wann willst du anfangen?

19.02.2015 von Anne-Kathrin Koch

Vor kurzem kam eine Frau zu mir ins Coaching, die auf der Suche nach sich selbst war. Weil sie sich schützen wollte, damit sie sich nicht den äußeren Umständen ausgeliefert fühlte und wieder in ihre Sucht-Vergangenheit zurückfallen würde, hatte sich innerlich sehr weit zurückgezogen - und sich dabei selbst verloren.

Denn (innerer) Rückzug funktioniert nicht. Er lässt uns nicht nur den Bezug zu unserer äußeren Welt verlieren, sondern vor allem auch zu uns selbst, und damit zu unserer Kraft. Er erhöht unsere Unsicherheit und Angst. Es wird zum Teufelskreis, der uns schlussendlich gefährdet.

Als erstes half ich ihr, wieder innerlich eine Verbindung zu bauen, zu sich selbst und auch zu mir (wir kannten uns schon eine Weile und konnten an unsere Vertrauens-Basis anknüpfen). Je mehr ihr das gelang, umso sicherer fühlte sie sich, umso mehr konnte sie ihre Beine wieder bewusst fühlen, und umso geerdeter und zentrierter wurde sie.

Wir forschten tiefer und erkannten, dass ihr Rückzug auch eine Form der Weigerung war, gewisse Dinge zu akzeptieren, sich ihnen zu stellen und etwas aus ihnen zu machen.
Zu diesen "Dingen" zählten u.a. ihre nicht einfache familiäre Vergangenheit, inklusive der Abwertung ihres Vaters, der sich dann auch noch das Leben genommen hatte, als sie noch jung war.

Es war geschehen, was geschehen war, doch es war ihre bis dato unterbewusste Weigerung, die sie heute davon abhielt, ein glückliches und lebendiges Leben zu führen und emotional von ihrer Vergangenheit frei zu sein.
(Damit ist nicht gemeint, sich nicht so dranzustellen, sich zusammenzureißen oder sich abzuhärten. Das wäre keine Heilung und Befreiung, die aber möglich ist.)

So wurde die zentrale Frage unserer Sitzung: "Wann willst du anfangen, deine Kraft in Besitz zu nehmen und dafür auch zu akzeptieren, dass war, was war?"

Unsere Anerkennung unserer Kraft bringt uns über jedes Opfer-Erleben und über unsere gefühlte Handlungs-Unfähigkeit hinaus. Doch um sie zu erfahren, braucht es unsere Bereitschaft, unsere Sicht der Vergangenheit loszulassen und zu verändern. Wir können nicht innerlich klein und gleichzeitig er-wachsen sein. Wir können auch nicht darauf beharren, dass wir Recht hatten, und gleichzeitig glücklich sein. Und wann wir uns für letzteres entscheiden, liegt allein in unserer Hand.

Also, wann willst du anfangen?

Anfangs nickte die Dame nur zustimmend, als ich ihr dies aufzeigte, ohne jedoch die Frage wirklich für sich zu beantworten. Vielleicht ging es dir eben beim Lesen genauso.

Die einzige ermächtigende Antwort, die es auf diese Frage gibt, lautet:"Jetzt".

Mit jedem "Jetzt!" gewann sie an Kraft zurück, an Erdung, an Freiheit, an Lockerheit und Verspieltheit. Und sie wurde wieder mehr die Frau, die sie in Wahrheit eigentlich bereits ist.

 

Anne-Kathrin Koch

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