Keine faulen Kompromisse!

14.07.2021 von Anne-Kathrin Koch

In diesem Beitrag erfährst du den wichtigen Unterschied zwischen Kompromissen und Lösungen, und warum du dich nicht mit weniger zufrieden geben brauchst als du haben kannst!


Am vergangenen Wochenende ist mir wieder bewusst geworden, dass ich absolut kein Freund von Kompromissen bin, und wie sehr es sich lohnt, stattdessen nach einer Lösung Ausschau zu halten.

Ich weiß, dass es in unserer Gesellschaft immer wieder darum geht, Kompromisse zu finden. Sei’s drum! Ich bin heilfroh, dass ich inzwischen in meinem ganz direkten Umfeld stattdessen Lösungen finde!

Kompromisse fühlen sich meistens blöd an. Sie gehen mit Gefühlen von nachgeben, aufgeben, sich verbiegen oder widerwillig oder nur halbherzig zustimmen einher. Sie werden aus Verzweiflung geboren, weil wir nicht weiter wissen oder nicht die Nerven haben, am Ball zu bleiben und etwas "durchzukauen". Und so schließen wir halt irgendwann Kompromisse. Doch wenn wir uns nicht wirklich gut dabei fühlen, - lebendig, glücklich, zufrieden, miteinander verbunden - dann sind es nur Kompromisse.

Lösungen hingegen sehen manchmal von Außen betrachtet gleich aus, doch sie fühlen sich ganz anders an. Mit ihnen gehen Gefühle von Erfolg, Zufriedenheit, Glücklichsein, Teamgeist, Verbundenheit und Errungenschaft einher. Ja, Lösungen brauchen mehr Nerven und mehr Durchhaltevermögen, Kompromisse sind leichter zu schließen. Doch mittel- oder langfristig fliegen uns die faulen Kompromisse wieder um die Ohren, daher lohnt es sich, das Engagement für die Lösung an den Tag zu legen.

Zurück zu meinem Wochenende:
Bereits seit ein paar Jahren sprechen mein Mann und ich davon, dass wir uns eine neue Couch kaufen wollen, und hatten auch zwischendurch schon mal halbherzig und erfolglos geschaut. Letztes Wochenende sind wir tatsächlich in die Pötte gekommen und zu einem größeren Einrichtungshaus gefahren. Vorher gab es schon Gegensätze bei uns beiden:

  • Ich wollte eher günstig, er wusste, dass Qualität ihren Preis hat.
  • Er wollte gerne Leder, ich lieber warmen und Haustier-freundlichen Stoff.
  • Mir war vor allen Dingen bequem wichtig, ihm auch das Design.
  • Ich wollte gerne verstellbar und mit Kopfstütze, er wollte keinen „Transformer“.

Und was wir eigentlich wollten, wussten wir noch nicht so richtig.

Wir wanderten mit der Verkäuferin durch vier Etagen von einer Couch zur nächsten. Die, die für mich bequem waren, gefielen ihm oder auch uns beiden nicht, die, auf den er gut saß, waren mir meist zu tief für meine kürzeren Beine…

Ich konnte zuschauen, wie die Verkäuferin an ihre Verzweiflung kam. Und mit ihrer Verzweiflung versuchte sie mehrfach, uns klarzumachen, dass wir keine Couch finden würden, auf der wir beide gut sitzen und bei der die Tiefe für unsere beiden Beinlängen passend wäre. Faktisch betrachtet hatte sie durchaus Recht.

Doch ich spürte in mir meine Kompromisslosigkeit: Ich würde keinen vierstelligen Betrag für eine Couch ausgeben, auf der entweder ich oder mein Mann nicht bequem sitzen oder die aus anderen Gründen nicht für uns beide passen würde. Stattdessen würde ich in Kauf nehmen, dass wir in diesem Laden keine Couch finden und weiter auf der Suche bleiben.

Zwischendurch bemerkte ich auch, wie viel Bereitschaft dieser Prozess von sowohl meinem Mann als auch mir forderte: die Bereitschaft, immer wieder loszulassen, konstruktiv zu bleiben und in neue Richtungen zu denken.

Wir hätten uns auch streiten können. Wir hätten auch die Nerven verlieren können. Wir hätten uns auch gegenseitig Vorwürfe machen und sagen können: "Stell dich nicht so an", oder "Fordere nicht so viel", oder "Alles geht halt nicht". Aber nein, wir blieben am Ball.

Wir waren schon am Gehen, und es sah so aus, als würden wir wieder keine Couch finden, doch dann stand sie plötzlich da - wie vorher eigentlich auch schon, - und wir schauten und probierten und waren beide glücklich. Zwar sollten wir später herausfinden, dass wir uns in der Größe und den Maßen völlig verschätzt hatten, doch auch das konnten wir wieder verändern und richten. Und sie ist bestellt!

Es wäre zwischendurch leichter gewesen, auf die Verkäuferin zu hören und aus Verzweiflung dann halt eine Couch zu wählen, mit der nur einer von uns wirklich glücklich gewesen wäre. Doch für unsere Beziehung wäre das ein Kompromiss gewesen, der immer wieder zu Unzufriedenheit und Unmut geführt hätte. Und das hätte ich nicht erlaubt.

Ich bin soooo froh, dass für mich keine Kompromisse mehr in Frage kommen, weder Kompromisse für mich noch Kompromisse für uns. Kein Sich-verbiegen, Anpassen oder Halbherzig-zustimmen.
Nur Lösungen sind eine Option!

Und ja, Lösungen erfordern von mir und uns sehr viel mehr Flexibilität, Nerven, Durchhaltevermögen, Ausrichtung und Bereitschaft, die eigene Vorstellung auch wieder loszulassen. Lösungen erfordern Engagement! Doch wenn wir bei der Lösung rauskommen und es für beide richtig gut passt, dann war dieses Ergebnis die vorherigen Mühen absolut wert!


Und so kann ich dich nur ermutigen: In welchem Bereich gibst du dich mit faulen Kompromissen zufrieden? Und an welcher Stelle wärst du willens, die Nerven aufzubringen, nochmal alles in den Ring zu werfen und nach einer guten Lösung für alle Beteiligten Ausschau zu halten?
Du musst noch nicht wissen, wie, doch du musst wollen und die Bereitschaft, Geduld und Beharrlichkeit aufbringen.

Es ist dein Leben, und es geht um deine Lebens- und Beziehungsqualität!

Also, was willst du?


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Alles Liebe und frohes Schnaufen,
Anne-Kathrin

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