Glücklich leben - wie geht das?

17.08.2022 von Anne-Kathrin Koch

An guten Tagen ist ja alles einfach. Doch unsere Realität besteht nicht nur aus guten Tagen, in dieser Welt gibt es immer Licht und Schatten. In diesem Artikel gebe ich dir Anregungen, wie glücklich sein, wieder glücklich werden und glücklich leben trotzdem gehen kann.

In meiner Erfahrung sind dafür - unterm Strich - drei Dinge notwendig.

1. Flexibilität und Handlungsfähigkeit im Umgang mit Emotionen

Wir Menschen sind Gefühlswesen. Alles, was wir tun oder auch nicht tun, tun wir – oder halt auch nicht – weil wir etwas fühlen. Und so streben wir gerne die Umstände, Situationen und Menschen an, in denen wir uns gut, sprich positive Gefühle fühlen, und die anderen Umstände, Situation und Menschen versuchen wir zu vermeiden.

Diese Strategie geht allerdings nicht immer auf, die negativen Gefühle werden trotzdem zum Vorschein kommen. Selbst wenn du versuchst, dir ein „dickes Fell“ zuzulegen, ist es keine Garantie dafür, dass du nie mehr negative Emotionen spürst. Das dicke Fell ist nur ein Garant dafür, dass du nicht glücklich sein kannst, weil du dann nämlich auch für die schönen Gefühle nicht mehr so empfänglich bist.

Es kann also nicht darum gehen, alle vermeintlichen äußeren Ursachen der negativen Gefühle zu vermeiden - denn damit alleine werden wir nicht glücklich. Stattdessen sind wir aufgefordert, eine gewisse Handlungsfähigkeit im Umgang mit Emotionen an den Tag zu legen, sprich: Wir lernen, wie wir negative Gefühle transformieren und dadurch wieder glücklich sein können.

Mit dem Erlernen dieser Handlungsfähigkeit gewinnen wir auch eine emotionale Flexibilität, d.h. wir sind unseren Gefühlen mehr nicht so sehr ausgeliefert, wir können mit ihnen umgehen, sie verwandeln und dadurch aus Sch... Dünger machen.

Dies ist durchaus ein Engagement, das du da an den Tag legst, jedoch ist es eins, dass sich enorm auszahlt, denn du schaffst dir dadurch Zugang zu einer immensen inneren Freiheit. Und wenn du dich frei fühlst, gelingt auch glücklich sein ganz einfach.

(Erste Schritte zur konkreten Umsetzung findest zu z.B. in meinem Artikel: "Wie du negative Emotionen kontrollieren kannst")

Diese Haltung und Einstellung von "Es sind meine Gefühle und ich kann sie verwandeln" ist absolut essenziell, wenn du (wieder) glücklich werden willst, und sie führt dich dann auch zu meinem zweiten Punkt:

2. Unabhängigkeit von äußeren Umständen

Dies ist keine Ermutigung, in eine "mir doch egal" Haltung rein zu gehen, oder zu versuchen, nichts mehr an dich ranzulassen (wie bereits bei Punkt 1 beschrieben), denn das funktioniert nicht.

Mit sich-nicht-von-äußeren-Umständen-abhängig-machen meine ich, dass wir uns ein bisschen von der Vorstellung lösen, dass es diese Menschen oder diese Umstände sind, die uns glücklich beziehungsweise unglücklich machen.

Wie wäre es, stattdessen in Erwägung ziehen, dass es möglicherweise unsere Reaktion auf die Umstände oder die Menschen ist, die zu unserem Erleben führt?
Und wenn es unsere Reaktionen, Gedanken und Gefühle sind und diese in unserer Hand liegen, können wir demnach auch mit unseren Gefühlen umgehen, sie transformieren oder auch durch andere Gefühlen ersetzen. Also was wäre, wenn das, was ist, und unsere Gefühle und Gedanken dazu zwei Paar Schuhe sind?

Ein ganz simples Beispiel: Glücklich sein ist womöglich leichter, wenn die Sonne scheint (auf mich trifft das jedenfalls zu!). Doch wenn es regnet, könnten wir trotzdem glücklich leben. Es soll ja sogar Menschen geben, die im Regen tanzen. ;-) So oder so, regnet es. Ob ich dabei glücklich oder unglücklich bin, liegt in meiner Hand.

Oder: In einer Paar-Beziehung zu leben, macht nicht automatisch glücklich. Und genauso geht auch "Single und glücklich". Also, es ist nicht die Form, die uns glücklich oder unglücklich macht, es sind einfach unsere Gefühle.

Die gute Nachricht: selbst wenn ich die äußere Situation nicht verändern kann, kann ich trotzdem meine Gefühle dazu verändern. Und darin liegt wiederum meine Freiheit und meine Handlungsfähigkeit.


Das ist natürlich nicht immer so einfach, und ich kann dich nur ermutigen, dir gegebenfalls individuelle therapeutische oder beratende Unterstützung bei diesen manchmal sehr tiefen und verknoteten Prozessen zu suchen. Menschsein ist nicht immer einfach, und wir dürfen uns helfen lassen und damit Abkürzungen schaffen.

3. Richte deinen Fokus nach vorne, statt in der Vergangenheit stecken zu bleiben.

Dazu möchte ich dir die Geschichte einer Patientin erzählen, die ich eine Zeit lang begleiten durfte.
Taschentuch-Alarm ;-) denn es ist eine sehr berührende Geschichte.


Ihr Mann war erst kürzlich und plötzlich nach über 25 gemeinsamen und guten Jahren gestorben und sie war mitten in ihrem Trauerprozess. Es war also alles andere als einfach für sie - verständlicherweise. Doch es gelang ihr, ihr Herz nicht vor der Trauer zu verschließen, sondern es offen zu lassen, mit der Traurigkeit zu atmen, mit ihr zu sein und sich durch sie hindurch zu bewegen.

Weißt du, wenn wir unseren Gefühlen nicht immer im Weg stehen, dann bewegen sie sich von alleine durch uns hindurch und sie verwandeln sich von alleine hin zu "guten" Gefühlen. Unser Job ist es "nur", die Nerven zu behalten, unseren Gefühlen in uns Raum zu geben, ohne sie auszuagieren, und trotzdem weiter zu atmen.

Und dieser Frau gelang es hervorragend. Natürlich war es kein angenehmer Prozess in dem Sinne, es war ein sehr tiefer Prozess, sehr verletzlich und dünnhäutig.
Während sie fühlte, was sie fühlte, und sie sich langsam damit anfreundete, dass ihr gutes Leben, wie sie es bisher kannte, vorbei war, bot ich ihr mit sehr viel Achtsamkeit einen Gedanken an, der über den Tod ihres Mannes und damit den Tod ihres bisherigen Lebens hinausreichte.

Ich bat sie, die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass das Beste womöglich immer noch vor ihr liege.

Puh… (atmest du noch??)

Und sie war so gut im Kontakt mit sich selbst, mit ihrer Traurigkeit, mit ihrem offenen Herzen und auch mit mir, dass sie diesen Gedanken tatsächlich annehmen konnte.

Während ich dies schreibe, bin ich erneut von ihrer emotionalen Größe und ihrem Mut berührt.

In diesem Prozess waren wir beide absolut ehrlich mit der Vergangenheit und der Gegenwart, und gleichzeitig haben wir den Fokus auch auf die Zukunft gerichtet.

In meiner Erfahrung ist es nicht notwendig, sich mit jedem einzelnen Ereignis aus der Vergangenheit noch einmal neu zu beschäftigen und damit ewig viel Zeit zu verbringen, während sich im Jetzt und im Morgen nichts ändert. Gleichzeitig funktioniert ein Verleugnen der Vergangenheit genauso wenig. D.h. wir brauchen einen Mittelweg, bei dem wir uns gegebenenfalls mit Vergangenem beschäftigen, um es aufzuarbeiten, um zu vergeben und loszulassen, und gleichzeitig nicht darin stecken bleiben, während wir uns nach vorne und in die Zukunft ausrichten.

Wie oft verknüpfen wir mit dem Älter werden, mit den Einschränkungen in unserer Freiheit und dem Anstieg von Verpflichtungen, dass die beste Zeit unseres Lebens bereits vorbei sei. Dass die beste Zeit unseres Lebens in der Schule war, oder beim Studium, oder an unserem Hochzeitstag.
Mit 20, 30 oder 40 Jahren, ja das waren noch Zeiten…. ;-)
Und dann geht es stetig dem Ende zu, wir sitzen unsere Zeit ab und leben so vor uns hin. Mit "glücklich leben" hat es allerdings nicht so viel zu tun ;-)


Deshalb frage ich dich: Was wäre, wenn das Beste immer noch vor dir läge? Und wenn du, statt in Gewohnheiten gefangen zu sein, in einer Haltung von Neugier, von kreativem Schaffen und von Vorfreude leben würdest?


Auch sie könnte dein Vorbild sein

Louise Hay, eine inspirierende und vielleicht auch dir bekannte Lebens-Lehrerin und Bestseller-Autorin hat erst im Alter von 61 ihren eigenen Buch-Verlag gegründet, Hayhouse, und ihn im englischsprachigen Raum zu dem führenden Verlag für körperliche und geistige Gesundheit und lebensbejahender Literatur gemacht, mit Millionen weltweit verkauften Büchern.

Erst vor ein paar Jahren - mit 90 - legte sie ihren Körper ab. Der Verlag wird in ihrem Sinne weiter geführt.
Und als sie Mitte 70 war, nahm sie erstmals Tanzunterricht und erfüllte sich einen Kindheitstraum.

Also, yep, es ist noch nicht vorbei, bis es vorbei ist.

Praktische Umsetzung für dich:

  • Wie könnte das nach-vorne-schauen für dich aussehen?
  • Welchen Traum möchtest du dir erfüllen?
  • Welchen mutigen Schritt möchtest du machen? Welchen Aspekt der Vergangenheit möchtest du loslassen?
  • Und wie fühlst du dich, wenn du den Gedanken in Erwägung ziehst, dass das Beste womöglich noch vor dir liegt?



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Doch noch wichtiger: Lebe lebendig. Lebe glücklich und finde (immer wieder) deinen Weg zum Glück.


Alles Liebe und frohes Schnaufen,

Anne-Kathrin


Weitere Ressourcen, um glücklich zu leben


Wenn du mehr willst, habe ich hier noch zwei Möglichkeiten für dich:

1. Mein Buch "Atme durch und pack es an" ist voller inspirierende Geschichten und Anleitungen zur Umsetzung zu verschiedenen Themenbereichen, wie zum Beispiel Kommunikation, Umgang mit Gefühlen, Selbstliebe, Stressbewältigung, Loslassen und Vergebung oder auch Neuanfang.

--> Hol dir dein Exemplar von "Atme durch und pack es an" hier


2. Wenn du persönliche Unterstützung von mir in Erwägung ziehst (ich bin gut darin, Abkürzungen zu finden *g*), --> buch dir hier dein kosten-freies Startgespräch und lass uns schauen ob und wie eine Zusammenarbeit Sinn machen kann.

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1 Kommentar

Markus Walter

Hallo,
Ja so ist es.

Ich durfte heute eh schon an das Lieblingswort "atmen" denken.
Liege derzeit zum dritten mal in 4 Wochen im Krankenhaus. Laboriere an Nierensteinen und bin heute zum zweitenmal stolzer Papa von zwei weiteren Steinchen (Lolek und Bolek) geworden.
Um mich zu mobilisieren und die Folgen der Narkose zu überwinden ging ich dem Hinweis nach das sich ein Foodtruck nahe des Eingangs befindet und dort Hotdogs feilgeboten werden. Jippie....seit Monaten mal wieder Appetit auf etwas. Sabber im Mund wie ein Bernhardiner vorm Steak. Bin dorthin gegangen, hab in der schlange ordentlich gewartet um dann im letzten Moment darauf hingewiesen zu werden dass man die nicht käuflich erwerben kann sondern seine Seele der dunklen Macht verschrieben haben muss, also Mitarbeiter sein muss....
Abstatt nun das Gefühl von Frust und die emotion von Wut aukommen zu lassen dache ich mir. HALT..du hast was gelernt. Atme durch.
Und meine Riechzellen vernahmen den Duft von gebratenen Würsten, einem Zwiebel, Kiwi Relish, Gewürzen , frisch aufgebackenem Brot und und und.

Was also tun?

Klaren Gedanken fassen und realistisch bleiben.

Irgendwie über List und Tücke einen zu bekommen war nicht drin. Durch Kleidung und den am langen Arm geführten Kathederbeutel war ein selbstbewusstes und unerkanntes Mitarbeiterauftreten unmöglich.

SCHEISEE ZU DÜNGER MACHEN!!

Ich hab mich in die grösste Dunstschwade gestellt die aus dem Truck kam, die augen geschlossen und die gerüche auf mich wirken lassen. Dabei gaukelte ich mir vor dieses leckere Zeugs zu essen.
Ich konnte es mir aber nicht verkneifen dem Mitarbeiter der mich auf so heimtückische Weise erst hat warten lassen um mich dann zu enttarnen im vorbeigehen zu sagen: und wieder 800 Kalorien gespart.
:-)
Das war irgendwie fast schon schöner als selbst zu essen.

ES FUNKTIONIERT also...

Liebe Grüße
Markus

Antwort von Anne-Kathrin Koch

Hey Markus :-)

Was für eine amüsante Geschichte! Da hast du wahrlich aus ganz schön viel Sch... Dünger gemacht! Hut ab!

Danke für's Teilen und weiterhin gute Genesung! xxx

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