Die Kunst der Ebenbürtigkeit - Teil I

11.08.2014 von Anne-Kathrin Koch

In unserer Gesellschaft ist es für viele "normal", in Hierarchien zu denken, auch geprägt durch Positionen und Funktionen, die wir für andere oder andere für uns einnehmen. Dabei betrachten wir die einen als uns überlegen und besser, die anderen als uns unterlegen und schlechter. Wir vergleichen uns und sind immer mit dem Hin-und Her des Drüber-Drunter beschäftigt. Auch in Paar-Beziehungen findet sich dieses Phänomen. Manchmal nimmt es die Form von Sticheleien an, die witzig sein sollen, aber es nicht sind. Oder es zeigt sich in Aussagen wie "Er/Sie hat die Hosen an", oder schlimmer, im Wettbewerb, wer das Sagen hat.

Und obwohl es natürlich stimmt, dass wir gewisse Positionen, Funktionen und Fähigkeiten haben, und dies auch so bleiben wird, führt es doch dazu, dass wir uns unterm Strich schlecht fühlen, denn es gibt immer noch jemanden, der besser ist, beliebter, erfolgreicher, mehr Follower bei Twitter hat etc. Daraufhin neigen wir dann zur "moralischen Überlegenheit": "Ich bin der bessere Mensch, ich würde das nicht tun / ich brauch das nicht". Und so straucheln wir für die überlegene Position.

Positionen und Funktionen sind jedoch nicht wirklich das Problem, im Gegenteil, sie geben uns Sicherheit und Struktur. Jedoch vergessen wir oft, dass wir ohne Kleider alle einfach nackt sind. Wir sind alle einfach Menschen, und darin gleich-wertig.

Ebenbürtigkeit ist die Fähigkeit, genau das zu erkennen und im Blick zu halten, unabhängig von Position und Funktion. Und diese Fähigkeit führt zu erfolgreichem Miteinander. Ebenbürtigkeit ist immer stärker als ein sich-klein-machen oder sich-aufplustern. Ebenbürtigkeit bringt viel mehr Stabilität und Freiheit als Kontrolle und Manipulation es jemals könnte. Ebenbürtigkeit ermächtigt uns selbst und andere, unser bestes, authentisches Selbst zu sein und in unserer Kraft und Sanftheit gleichzeitig unsere Frau oder unseren Mann zu stehen.

Ebenbürtigkeit ist ein Entwicklungsstadium, das wir uns, indem wir die "Tote Zone" erfolgreich durchqueren, mehr und mehr erschließen.

In meinem allerersten Seminar mit Chuck und Lency Spezzano war es genau diese Fähigkeit und Selbstverständlichkeit, die mich am meisten beeindruckt hat: Hier waren zwei Persönlichkeiten, die mir persönlich und professionell Meilenweit voraus waren, jedoch habe ich mich nicht wie die "dumme Studentin" gefühlt (die ich ja eigentlich war *g*), sondern sie haben mich einfach auf Augenhöhe betrachtet. Erst später erkannte ich, dass diese Betrachtungs- und Umgangsweise eines der Schlüssel-Prinzipien der Psychology of Vision® ist; es heißt: "Freunde helfen Freunden". Und es ist auch DER Schlüssel zum Erfolg.

Im zweiten Teil der Gedanken zur Ebenbürtigkeit werde ich dir eine kleine Übung vorstellen, mit der du diese Idee praktisch testen kannst. Doch bis dahin kannst du dich auf den Gedanken von Ebenbürtigkeit und Gleich-Wertigkeit ausrichten und dich, auch im Kontakt mit deinen Mitmenschen, einfach erinnern: Ohne Kleider sind wir alle nackt!

 

Anne-Kathrin Koch

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