Die Glucke und der Ritter - oder: Die Liebe kennt den Weg

18.03.2020 von Anne-Kathrin Koch

Heute erzähle ich dir eine Geschichte, von der Glucke und dem Ritter. Erkennst du dich wieder?

„Es waren einmal ein Mann und eine Frau, deren Herzen und Seelen gerade in dem Augenblick zueinander fanden, als sie nicht mehr daran glaubten. Ihre Liebe war so stark, dass sie beschlossen, ihr Leben miteinander zu verbringen und ihre Beziehung und ihr Leben der Heilung und der Liebe zu widmen.

Sie genossen die Flitterwochen-Phase, doch irgendwann bemerkten sie, dass sich der Alltag und mit ihm Schatten einschlichen. Andere Gefühle und Gedanken tauchten auf, Erwartungen, Forderungen, Kontrolle, Langeweile, lästige Pflichten, bis hin zu Wut und Ärger darüber, dass der andere nicht mehr so unwiderstehlich, offen, aufmerksam, liebevoll und zuvorkommend war wie am Anfang ihrer Beziehung. Zeitweise fühlte es sich sogar wie ein Fehler an, dieses Bündnis eingegangen zu sein.

Es war eng geworden. Jedes Gefühl von Freiheit war verflogen.

In ihrer Verzweiflung bemühte sich jeder auf seine Weise, die tollen Gefühle wieder hervorzuholen und sie irgendwo wieder zu finden.

Die Frau packte ihren ganzen Aktivismus aus. Sie wusste genau, was an ihrem Mann "kaputt" war, was er ändern oder tun könnte, und wie er sich für die Beziehung engagieren müsste. Sie war entschlossen, ihn so lange zu bearbeiten, bis er Einsicht haben und ihrem Standpunkt nachgeben würde.

Immerhin gab sie ihr Bestes, um ihre Beziehung zu retten. Wenigstens tat sie etwas und saß nicht nur untätig rum. Sie wurde sogar hysterisch und zeigte ihm die ganze Palette an Gefühlen, von denen sie sich versprach, ihn insgeheim manipulieren zu können, damit er endlich seinen Beitrag leisten würde.

Sie hatte auch Freundinnen, die ihr bestätigten, wie bemüht sie war, obwohl sie hoffnungslos scheiterte.

Dabei war sie doch nur die „Glucke“, die ihr „Beziehungsküken“ beschützen und verteidigen wollte - doch sie fand sich selbst unausstehlich.

Der Mann hingegen hielt es für das Beste, sich in seinen Bunker zu verkriechen und abzuwarten, bis die Wolken wieder vorbeiziehen würden. Diese Strategie kannte er bereits, und sie hatte ihm bisher einige Regentropfen erspart.

Doch dann bemerkte er, dass die Wolken zum Unwetter wurden, und jemand mit aller Gewalt an seinem Bunker rüttelte und ihn anzugreifen drohte.

Also schickte er aus seinem Innersten „seinen besten Mann“, einen starken Ritter in dicker Rüstung und mit unverrückbarem Gewicht an den Eingang des Bunkers, um diesen ohne dabei die Miene zu verziehen zu jedem Preis und ohne auch nur einen Millimeter zu weichen, verteidigen zu lassen. Seine Waffe war die Unerreichbarkeit.

Wie ein Fels erfüllte er seine Mission beharrlich und völlig unbeeindruckt von der aufgebrachten, hysterischen und angriffslustigen Glucke; jedoch jederzeit bereit, die Schlacht zu gewinnen und mit einem Schlag alles zu vernichten.

So hätte es mit der Glucke und dem Ritter wirklich böse enden können.

Doch mit Unterstützung gelang es, dass einer von beiden erkannte, dass sowohl die Glucke als auch der Ritter nur innere ängstliche Kinder beschützte. Und wenn die Glucke und der Ritter nicht im Weg stünden, könnten die Kinder einfach miteinander spielen und sich gegenseitig von ihrer Angst befreien.


Also rauften sie all ihren Mut zusammen.

Die Frau entließ ihre Glucke in die Freiheit, und scheinbar gleichzeitig entließ der Mann auch seinen Ritter.

Und plötzlich standen sie in ihrer ganzen Verletzlichkeit und Berührbarkeit wieder „nackt“ voreinander, und die Liebe konnte sie endlich wieder finden.“


Erkennst du dich? Dann lass mich in den Kommentaren wissen:
Wer ist in deinem Leben für die "Verteidigung" zuständig?

Ob Glucke oder Ritter - beide stehen der Erfahrung der Liebe im Weg.

Doch wenn du mutig genug bist, "nackt" zu sein, wird die Liebe euch beide wieder finden!

Gefällt dir dieser Beitrag? Dann teile ihn, damit die Glucken und die Ritter sich ihrer Verteidigung bewusst werden und der Liebe wieder Zutritt gewähren können!

 

Alles Liebe,

Anne-Kathrin

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2 Kommentare

jangi

Oh meine Güte. Genau so war es. Nur, dass die liebe keine Chance mehr hatte.
Ich.musste in Tränen ausbrechen. Ganz gewaltig.

Antwort von Anne-Kathrin Koch

(hug) Lass dich atmen.... Danke für dein dich zeigen und teilen!

Catherine

Haha, wieso kennst du meine Geschichte?..
Unglaublich wie man doch immer wieder auf sich selber reinfällt! Daaanke von Herzen Anne-Kathrin fürs Aufschlüsseln mit dieser Geschichte, und immer mit Humor, das hilft auch stark mit!

Antwort von Anne-Kathrin Koch

;-) sehr gerne :-)

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