Heute hab ich einen Impuls für dich, wenn du zu den Menschen gehörst, die dazu neigen, zu nett zu sein.

Die zu anderen zu oft JA und zu sich selbst zu oft NEIN sagen.

Die zuuuu hilfsbereit sind – und dabei über die eigenen Grenzen gehen.

Und die sich enttäuscht fühlen, wenn sie nicht die gleiche Unterstützung zurückbekommen, die sie selbst ständig geben.

Wenn du dich hier wiedererkennst: Lies gerne weiter.

Was dabei hilft, ist – kurz gesagt – vor allem eins: emotional abgrenzen lernen – aber ohne hartherzig oder egoistisch zu werden.

Das hab ich auch lernen dürfen, u.a. mit diesem Satz: 👇

Der Satz, der mir früher unfassbar schwer fiel

Ein Satz, der mir früher unfassbar schwer fiel zu denken – und dann auch noch zu sagen – ist:

„Das ist nicht mein Problem.“

Denn ich war zuuuu nett. Und ich wollte lieber gemocht werden.

An der Stelle war ich ein bisschen ein „People Pleaser“.

Außerdem hatte ich ja gute Ideen, Kompetenzen und Lösungsansätze.

Und so bin ich immer wieder über meine Grenzen gegangen.

Das hat mich erschöpft.

Und hinterher hab ich mich über mich und die anderen geärgert.

Der Grund für das Ganze?

Ich konnte nicht klar unterscheiden!

Ich konnte nicht unterscheiden, was tatsächlich mein Problem, mein Thema, meine Aufgabe ist.

Und was das Problem, Thema oder die Aufgabe von jemand anderem ist.

Warum sich dieser Satz erst mal herzlos anfühlt – aber genau das Gegenteil bewirken kann

Damals klang „Das ist nicht mein Problem“ in meinem Kopf eher hartherzig.

Distanziert. Ohne Mitgefühl. Unfreundlich.

Und ja: Wenn ein echter Egoist das sagt, dann ist es vermutlich genau so.

Aber die zuuu netten Leute brauchen sich darüber ehrlich gesagt keine Gedanken zu machen! Im Gegenteil.

Für mich war es wichtig, diese Unterscheidungsfähigkeit zu lernen. Also die Fähigkeit, innerlich klar zu haben:
Was ist meins – und was ist deins?

Denn wenn wir das nicht lernen, passiert oft Folgendes:

    • Wir neigen dazu, Grenzen zu überschreiten
    • und werden (ohne es zu merken) auch übergriffig.
    • Dadurch überfordern wir uns selbst
    • und schwächen gleichzeitig den anderen.
    • Wir mischen uns in Dinge ein, die uns eigentlich nichts angehen.
    • Wir versuchen, Probleme der anderen für sie zu lösen.
    • Wir ziehen uns Schuhe an, die nicht unsere eigenen sind.

Und wir begünstigen sogar das Problem, denn:

Wenn du immer einspringst, damit es bloß für den anderen nicht unbequem wird, dann muss der andere nicht wirklich in seine Verantwortung kommen!

Und er wird die Verantwortung weiterhin abgeben!

Wie mein Vater gerne sagt:
„Ein Fauler war noch nie ein Dummer.“ 🤣🤣🤣

Wenn dir wirklich klar wird, dass du nicht nur dir, sondern auch dem anderen keinen Gefallen damit tust, dann kannst du auch leichter Grenzen setzen ohne Schuldgefühle.

Deshalb kann uns dieser Gedanke „Das ist nicht mein Problem“ helfen, um

    • wieder zurück in unsere eigene Mitte
    • und in unseren eigenen Handlungsspielraum zu finden.

Kurz: emotional abgrenzen, ohne hart oder hartherzig zu werden.

 

4 Beispiele aus dem Alltag (und was du stattdessen tun kannst)

Beispiel 1:
Deine Freundin erzählt dir etwas – und du regst dich direkt mit auf

Deine Freundin erzählt dir von etwas, das ihr widerfahren ist. Und du fängst an, dich mit ihr über die Situation oder die beteiligten Personen aufzuregen.

Was passiert dadurch?

Womöglich wird sich deine Freundin nur bedingt gehört fühlen, weil sie spürt: Irgendwas stimmt hier nicht.

Was auf jeden Fall passiert, ist: Deine Laune verschlechtert sich.

Und du bist innerlich nicht mehr klar.

Entsprechend wirst du nicht mehr so gut denken und hilfreich für sie da sein können.

Denn du hast dich in etwas reingehängt, was dich nichts angeht und dich nicht wirklich betrifft.

Es ist ihr widerfahren.

Die einzige Person, die das „Recht“ hat, sich darüber aufzuregen, ist sie.

Du könntest stattdessen cool, zentriert und konstruktiv bleiben!

Zuhören. Fragen stellen. Da sein. Ohne dich selbst zu verlieren.

Beispiel 2:
Der Mitarbeiter in der Werkstatt fragt dich, wie er deinen Wagen reparieren soll

Der Mitarbeiter in der Werkstatt weiß nicht, wie er den Fehler an deinem Auto beheben soll. Also fragt er dich, was er denn noch machen soll.

Lach nicht – das hab ich gerade in meinem Umfeld wieder erlebt.

Und statt dass du anfängst zu googeln und mitzudenken, wie wäre es, zu denken (oder zu sagen):

„Das ist nicht mein Problem, wie Sie das lösen.“

Wenn du nicht der Fachmann bist, ist es auch nicht deine Aufgabe.

Und wenn du klar unterscheidest, dass es nicht deine Aufgabe ist, wirst du dich automatisch mehr in deiner Kraft fühlen. Und der andere findet eher in seine.

Dabei steht nicht zur Debatte, ob das Problem gelöst werden muss! Es geht „nur“ darum, die Zuständigkeit zu klären.

Beispiel 3:
Dein 15-jähriges Kind klagt, dass es nichts mehr zum Anziehen hat.

Yep, manchmal verschwinden alle Kleidungsstücke im Wäschekorb…

Solange du noch etwas zum Anziehen hast, ist das nicht dein Problem.

Und statt dir das Bein auszureißen, um noch schnell Wäsche zu machen, könnte dein Kind lernen, wie es geht. Mit allen Erfahrungen, die möglicherweise dazugehören. 😉

Beispiel 4: Eine Bekannte jammert dir ständig die Ohren voll – aber will keine Lösung.

Eine Bekannte erzählt dir wieder und wieder von ihren Problemen.

Du gibst Impulse, du fragst nach, du bietest Lösungen – und es kommt nur: „Ja, aber das funktioniert bei mir nicht.“

Würde es dir nicht so viel besser gehen, wenn du ihr ihre Probleme einfach lassen würdest?

Sie darf ihre Probleme behalten – wenn sie will. 🤷

Und zeitgleich darfst du für dich und dein Wohlbefinden sorgen.

Warum du dich oft erst „falsch“ fühlst, wenn du dich emotional abgrenzt

Im Alltag gibt es haufenweise Situationen, in denen wir innerlich nicht klar sind. In denen wir über unsere Grenzen gehen – und uns danach darüber beschweren.

Es wird manchmal auch People Pleasing genannt: dem anderen gefallen wollen und Ja-Sagen, obwohl du innerlich eigentlich Nein meinst.

Wenn du Nein sagen lernen willst, ist dieser Satz wirklich ein guter Start.

Und deshalb lade ich dich ein, das wirklich mal zu testen und zu üben:

Zu Denken – und laut auszusprechen: „Das ist nicht mein Problem.“

Als zu freundliche Person wird es dir vermutlich erst mal schwer fallen.

Oder du kommst dir wie ein herzloser Mensch vor.

Atme.

Es ist einfach nur ungewohnt.

Du wirst nicht hartherzig. Im Gegenteil.

Du wirst mehr

    • in deine Kraft kommen,💪
    • dich handlungsfähiger fühlen,💥
    • und nicht länger „das Elend der Welt“ auf deinen Schultern tragen.🙂

Mini-Übung für 7 Tage: „Nicht mein Problem“ trainieren

Nimm dir für die nächsten 7 Tage jeden Tag eine Situation, in der du normalerweise sofort einspringst.

1. Erkenne den Impuls „Ich muss oder will helfen / lösen / retten“.

2. Sag innerlich: „Stopp. Erstmal atmen. Das ist nicht mein Problem.“

3. Prüfe für dich: Was ist mein Anteil – und was ist der Anteil des anderen? Was fällt in meine Zuständigkeit – und was auch nicht?

4. Entscheide dann bewusst, was dran ist: Zuhören? Grenzen setzen? Nichts tun? Eine Frage stellen?

Und denk dran: Es geht nicht um Egoismus oder Hartherzigkeit. Es geht um Klarheit!

Wenn du bei diesem Thema Unterstützung möchtest

Schritt 1: Lad dir auf jeden Fall meine gratis Kommunikations-Anleitung runter!

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Und meld dich für die persönliche Zusammenarbeit mit mir.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es manchmal gar nicht so offensichtlich ist, wo wir uns reinhängen, zu viel machen und verstrickt sind.

Geschweige denn, die Klarheit und den Mut zu finden, diese Verstrickungen zu lösen!

Deshalb schaue ich gerne mit dir zusammen drauf und unterstütze dich dabei, diese Unterscheidungsfähigkeit wirklich zu lernen und sie entsprechend zu kommunizieren.

In deinem Tempo, alltagstauglich und ohne dich zu verbiegen.

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Für mich war es ein ziemlicher Prozess, diesen Satz denken und sagen zu können.

Doch es ist eine Befreiung, die nicht nur mir, sondern auch meinem Umfeld zugutekommt.

Daher kann ich dich nur ermutigen, in diese Klarheit zu finden – und dann auch danach zu handeln!

 

Alles Liebe und frohes Schnaufen,

Anne-Kathrin

Häufige Fragen zu: Emotional abgrenzen, ohne hartherzig zu werden

Was bedeutet Emotional abgrenzen eigentlich?

Emotional abgrenzen heißt für mich: Ich bleibe mitfühlend – aber ich verliere mich nicht. Ich opfere mich nicht auf. Ich gehe nicht über meine Grenzen.

Ich höre zu, ich bin da, ich kann helfen und unterstützen.

Aber ich mach die Aufgaben oder Probleme der anderen nicht zu meinen eigenen.

Ich bleibe verbunden mit mir selbst: Mit meinen Wünschen, Bedürfnissen und Kapazitäten.

Ich bin nicht nur zu dem anderen nett – sondern auch zu mir selbst!

Bin ich egoistisch, wenn ich denke: "Das ist nicht mein Problem"?

Nicht, wenn du zu den Menschen gehörst, die eher zu nett sind.

Solange du dich noch fragst, ob du egoistisch bist, ist meist noch alles in Ordnung. 😉

„Das ist nicht mein Problem“ heißt ja nicht „Mir egal“. Es heißt: „Ich sortiere erstmal, was meins ist und was nicht.“

Und ich beziehe mich selbst in die Entscheidung mit ein, statt nur an die anderen zu denken.

Wie kann ich Grenzen setzen ohne Schuldgefühle?

Mach dir klar: Dein Nein ist nicht gegen den anderen. Es ist für dich.

Also frag dich: „Wenn ich jetzt einspringe – helfe ich wirklich? Oder begünstige ich das Problem und verhindere, dass der andere in seine Verantwortung kommt? Und tut es auch mir gut?“

Es ist deine Verantwortung, gut für dich zu sorgen, so dass du dann auch für andere da sein kannst.

Wie bei den Sicherheits-Einweisungen im Flugzeug, wenn es heißt:

„Bitte setzen Sie ihre eigene Sauerstoff-Maske zuerst auf, bevor Sie anderen helfen“.

Gerne unterstütze ich dich dabei auch im individuellen Coaching.

Woran merke ich, dass ich gerade wieder zu viel übernehme?

Oft sind es die kleinen Signale, auf die du achten darfst:

  • Rollst du die Augen?
  • Verziehst du das Gesicht?
  • Spannst du an?
  • Spürst du Widerwille?
  • Kommen so Gedanken wie „Oh nee“, oder „Ich muss das regeln, sonst wird das nix“?
  • Fängst du automatisch an zu grübeln oder nach Lösungen zu suchen?

Wenn du es nicht vorher oder „mittendrin“ merkst, wirst du es auf jeden Fall im Nachgang merken:

Durch Unmut, Frust, Ärger oder auch Erschöpfung.

Und dann sei gnädig mit dir!

Und versprich dir, bei der nächsten Anfrage erstmal 20 Sekunden auszuatmen, bevor du antwortest.

Du wirst besser werden mit Bewusstheit und Übung.

Wie kann ich Nein sagen, ohne hart zu wirken?

Du muss nicht hart werden, um klar zu sein. Du darfst freundlich bleiben – und trotzdem bestimmt. Und du darfst eine Grenze FÜR DICH setzen, nicht gegen den anderen.

Hier sind ein paar Formulierungen als Anregung:

  • „Ich unterstütze dich gerne – lass mich mal in meinem Kalender schauen, wann es bei mir passt.“
  • „Ich verstehe dich. Und ich kann das gerade nicht übernehmen.“
  • „Ich glaube, das ist etwas, das du selbst lösen darfst.“
  • „Ich werde es nicht für dich lösen, aber ich kann dir zuhören. Und ich bin zuversichtlich, dass du einen für dich guten Weg findest.“
Was, wenn mein Gegenüber enttäuscht oder sauer reagiert?

Yep, das kann passieren. Vor allem, wenn dein Umfeld gewohnt ist, dass du immer einspringst.

Das heißt nicht, dass du etwas falsch machst.

Es heißt nur, dass du ein Muster veränderst.

Und wir Menschen haben’s oft nicht so mit Veränderungen. 😉

Von daher kann es sein, dass sie es erstmal doof finden. Das dürfen sie. Und du darfst trotzdem deinen Weg gehen.

Gib ihnen Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen.

Ist People pleasing das Gleiche wie "zu nett sein"?

People Pleasing ist der Begriff, der umgangsprachlich aus dem Englischen zu uns rübergeschwappt ist.

Er bedeutet übersetzt, Menschen gefallen zu wollen, es ihnen Recht machen zu wollen.

Und das geht einher mit „zu nett sein“, mit Harmonie-Bedürfnis, nicht Nein sagen können, Konflikte vermeiden, Anerkennung suchen etc.

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Super, Schritt 1 hat geklappt! Schritt 2: Bitte schau in deine Mails - ggfs. auch Spam -, denn du musst deine Anmeldung noch bestätigen, bevor ich dir die Kommunikations-Anleitung senden darf. Bei Schwierigkeiten, melde dich: team@anne-kathrin.de